Kreissportverband Stormarn

 

 

Das Jahr 1965

 

 

 

 

Montag, 25. Januar 1965

Fast 1000 DM für den Kreissportverband

Eine sportärztliche Sonderuntersuchung der Leichtathletikjugend kostete 400 DM. Der Kreis erstattete dem Kreissportverband diesen Betrag. Außerdem gewährte er eine Beihilfe von 580 DM für Werbeveranstaltungen des Kreissportverbandes.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.1.1965

 

Montag, 25. Januar 1965

Sportabzeichen für 591 Stormarner

Starker Anteil der Schulen – Genügend Prüfer zur Verfügung

Mit der Zahl von 591 abgelegten Sportabzeichenprüfungen haben wir 1964 im Kreise Stormarn alle bisherigen Ergebnisse weit übertroffen.

Die höchste Zahl hatten wir mit 444 Verleihungen im Jahre 1960. In den Jahren bis 1955 waren es jährlich ca.60 Abzeichen, später steigerten sich die Ergebnisse dann über 200 bis auf ca. 350 im Durchschnitt.

Es ist dankbar anzuerkennen, daß sich eine große Zahl von Schulen Jahr für Jahr mit großem Fleiß und vielen Mühen der Vorbereitung und Abnahme der Sportabzeichenprüfungen unterziehen und damit auch sichtbar ein Stück Arbeit zur Gesunderhaltung unserer Jugend tun. Wie schon in früheren Jahren, so hat mit ca. 145 Verleihungen die Mittelschule Bad Oldesloe in hervorragender Weise zu dem besonders guten Ergebnis des Jahres 1964 beigetragen. Aber auch die Sachsenwaldschule Reinbek mit 96 Verleihungen, die Matthias-Claudius-Schule Reinfeld mit 87, die Mittelschule Reinbek mit 31 Verleihungen trugen mit vielen anderen zu dem schönen Erfolg bei.

Erfreulicherweise liegen auch gute Ergebnisse von der Stormarnschule und Mittelschule Ahrensburg vor, die in früheren Jahren sich meistens nach Hamburg hin orientierten, so daß die Ergebnisse für Stormarn nicht zu zählen waren. Es wäre schön, wenn auch für die anderen Großgemeinden am Rande Hamburgs die Abwicklung der Sportabzeichenarbeit durch den Kreissportverband Stormarn erledigt werden könnte, zumal auch hier alle Arbeit schnell und reibungslos ausgeführt wird.

Im Kreise Stormarn stehen 39 Prüfer für Schulen und weitere 109 Prüfer für Vereine und Schulen, die fast für alle Gebiete der Sports die Abnahmeberechtigung haben, zur Verfügung, so daß es nirgendwo an den äußeren Voraussetzungen zur Ablegung der Sportabzeichenbedingungen fehlen dürfte.

Schon Professor Carl Diem, so heißt es in seinem Rundschreiben, hat vor 50 Jahren einen Weg gewiesen, bewegungunlustigem Leben zu neuer Spannkraft, zu neuem Leistungswillen, zu Freude und Gesundheit zu verhelfen, indem er das Sportabzeichen einführte. Jeder Leistungssportler, aber auch jeder andere kann durch Übung und vernünftiges Training eine fünffache gute Leistung auf verschiedenen Gebieten der Leibesübungen (Schwimmen, Lauf, Stoß, Sprung, Dauerübung) erzielen und erhält dann das Sportabzeichen. Durch alljährliche Wiederholung erhält er sich so seine Leistungsfähigkeit, seine Frische und Gesundheit.

Gleichzeitig sind Wettbewerbe A für Vereine und B für Schulen ausgeschrieben worden, wobei die ersten fünf Sieger der Gruppen namhafte Beträge bzw. fünftägige Heimaufenthalte gewinnen können. Die näheren Bestimmungen sind beim Kreissportverband zu erfahren. Emil Mallien

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.1.1965

 

Sonnabend, 13. Februar 1965

Sportvereinen fehlen Übungsleiter

Kreissportverband erwartet öffentliche Mittel

Der Kreissportverband Stormarn hatte alle dem Verband angeschlossenen Vereine, die an der Lösung des Übungsleiterproblems interessiert sind, in das Bruno-Bröker-Heim nach Ahrensburg eingeladen.

Die Initiative ging vom KSV-Vorsitzenden Hansjoachim Berg (Hoisdorf) aus, der zur Förderung des Einsatzes haupt- und nebenamtlicher Übungsleiter in den Vereinen einschließlich der beim Hamburger Sportbund angeschlossenen Sportler die finanziellen Maßnahmen erörterte, die notwendig sind, um fehlende Sporthelfer ausbilden und honorieren zu können.

Der 2. Vorsitzende Erwin Gesche (Reinfeld) hob hervor, daß das Ansteigen der Mitgliederzahlen in den Vereinen eine größere Zahl von fachlich ausgebildeten Leitern verlange. Im Hinblick auf die Verwirklichung des „Zweiten Weges“ seien die erweiterten Aufgaben nur zu bewältigen, wenn die finanzielle Unterstützung der Gemeinden und Städte erwartet werden darf. Der Vorstand dachte dabei an eine Drittelung der Kosten auf der Basis Verein, Gemeinde, Kreis.

Zur Zeit hat der Kreissportverband eine Erhebung in Bearbeitung über die entstehenden Kosten, die er dem Kreis vorlegen wird. In der anschließenden Diskussion kam zum Ausdruck, daß die Gemeinden die Vereine sehr unterschiedlich unterstützen.

Kreissportwart Bernhard Nowak (Bad Oldesloe) entwickelte ein Programm, durch Wochenendlehrgänge diesen Mangel zu beheben. Die Teilnahme auf Kreisebene an vier bis sechs Grundschulungslehrgängen für Sommer- und Winterarbeit könnten Übungsleiter gut ausrüsten. Zur Ausbildung gehörten nicht nur allgemeine Grundlagen, Kontrolle, Dosierung des Trainings, sondern auch biologische Kenntnisse über die Zusammenhänge von Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel. Der Kreissportverband hat erstmalig für die Ausbildung der Übungsleiter 1500 DM in seinem Etat eingesetzt.

Der Landessportverband Schleswig-Holstein hat bereits in einer Denkschrift den Vereinen Hinweise zur Übungsleiterfrage gegeben. Durch die finanzielle Unterstützung der Vereine verspricht man sich eine wesentliche Förderung des Sports.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.2.1965

 

Sonnabend, 20. Februar 1965

Kreissportjugend war 4116 Tage unterwegs

wieder internationale Jugendbegegnung – Vereine wünschen sich mehr Kleinzelte

27 Vereine und Verbände waren beim Kreissportjugendtag in der Gaststätte „Zum Bürgerpark“ vertreten. Die Generalversammlung wählte den bisherigen Jugendwart Heinz Peters einstimmig für die nächsten zwei Jahre wieder.

Aus dem Bericht von Heinz Peters (Bad Oldesloe) ging hervor, daß im vergangenen Jahr der Kreissportjugendausschuß in ausreichender Höhe Beihilfen zur Durchführung von Lehrgängen, Fahrten und Lagern sowie zur Beschaffung von Arbeitsmaterial bekommen hat. Für neun Lager und Fahrten in Deutschland mit 4116 Tagen erhielten die Sportjugendgruppen zu den Gesamtkosten von rund 19.000 DM etwa 4800 DM als Beihilfe. Außerdem konnten durch Zuschüsse neun Lehrgänge der Sportjugend veranstaltet werden.

Auch in diesem Jahr stellt der Kreissportjugendausschuß wieder die Kerngruppe für eine internationale Jugendbegegnung in Wien und St. Johann/Tirol. Er bereitet diese Begegnung gemeinsam mit der Wanderergemeinschaft Stormarn und dem Kreisjugendamt Stormarn vor. Vom 1. bis 10. Juli werden die Teilnehmer mit Jugendgruppen aus Österreich, Frankreich, den USA und England eine Reihe gemeinsamer Veranstaltungen und Fahrten von und in Wien durchführen. Die Einladung zu dieser internationalen Jugendbegegnung ist von der Salzburger Landesregierung ergangen.

Kassenprüfer Röbke trug anschließend den Kassenbericht vor und der Jugendwart des Kreisfußballverbandes, Zosel (Todendorf), beantragte die Entlastung des Kreissportjugendausschusses, die einstimmig erfolgte. Die Versammlung beschloß anschließend, das Mitglied des Kreissportjugendausschusses, Albrecht Hennings (Bad Oldesloe), als stimmberechtigten Vertreter zu der Frühjahrstagung der Sportjugend nach Travemünde zu entsenden. Die Mädelwartin des Kreissportverbandes Stormarn, Ute Walter (Bargteheide), wurde beauftragt, den Kreissportjugendwart bei dem KSV-Verbandstag am 14. März in Bad Oldesloe zu vertreten.

In längerer Aussprache wurde der Arbeitsplan für das Jahr 1965 aufgestellt und der Kreissportjugendausschuß gebeten, erneut eine Beschaffungsaktion für Kleinzelte zu organisieren. Einige Großzelte, die den Sportvereinsgruppen bei Sportfesten als Umkleideräume dienen können, sind gleich verteilt worden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 22.2.1965

 

Donnerstag, 25. Februar 1965

Thema: Kreissportzentrum

Die Vertreter von sechs Sportvereinen und -verbänden treffen sich cm 2. März in Wiggers Gasthof zu einer Besprechung über die Frage des Kreissportzentrums. Der Kreissportverband, der Kreishandballverband, der VfL, der Postsportverein, der TSV 07 und der THC Blau-Weiß halten eine schnelle Behandlung dieses Themas für notwendig.

STORMARNER TAGEBLATT vom 25.2.1965

 

Sonnabend, 13. März 1965

Der Stormarner Sport braucht Übungsleiter

Vereine sollen nebenberufliche Kräfte beschäftigen – Morgen Kreissporttag

Die Entwicklung des Stormarner Sports hängt davon ab, ob es gelingt, die Übungsleiterfrage befriedigend zu lösen. Das stellt Hansjoachim Berg (Hoisdorf) in seinem Jahresbericht fest, den er morgen vormittag dem im „Oldesloer Hof“ zusammentretenden Verbandstag des Kreissportverbandes Stormarn in schriftlicher Form vorlegt. Wenn auch die ehrenamtliche Arbeit nach wie vor das Fundament der Vereinstätigkeit bilden muß, so sollen nach Ansicht des 1. Vorsitzenden für die praktische Arbeit hauptamtliche beziehungsweise nebenberufliche Kräfte angestellt werden.

Zu dieser Empfehlung kommt Hansjoachim Berg, weil eine Entlastung der alten, bewährten Kräfte unbedingt notwendig ist, sollen sie nicht resignieren, ohne daß Nachfolger für sie vorhanden sind. Der Verbandsvorsitzende stellt fest, daß für fast alle Stormarner Vereine nur der nebenamtliche Übungsleiter in Frage kommt, der sich durch überdurchschnittliche Leistungen aus dem Kreise der ehrenamtlichen Helfer herausgehoben hat. Er muß eine umfassende Ausbildung nachweisen und erhält hierfür eine Lizenz des Landessportverbandes. Auf diesem Gebiet will der Kreissportverband in diesem Jahr den Hebel ansetzen. Unter Leitung seines Sportwartes sind Grundlehrgänge vorgesehen. Auch will sich der Landessportverband um die Schulung dieser Kräfte kümmern. Der Verbandsvorsitzende hofft, daß angesichts des Verständnisses aller Parteien im Kreise Stormarn das notwendige Geld zur Verfügung gestellt werden wird.

Sein besonderes Augenmerk will der Kreissportverband ferner auf die Bildung von Sportzentren richten, wie sie bereits in Trittau, Bad Oldesloe, Reinfeld und in anderen Orten bestehen.

Dem KSV gehören gegenwärtig, nachdem im Laufe des Jahres der Kreisschützenverband und die Schützenvereine Elmenhorst und Reinfeld hinzugekommen sind, 53 Vereine an, wobei die Aufnahmeanträge der Schützensvereine Trittau, Bargteheide, Klein-Wesenberg bereits berücksichtigt sind.

Zu den positiven Berichtspunkten zählt Hansjoachim Berg die Einweihung einer Reihe von Sportstätten im vergangenen Jahr. Er nennt die Stadien in Reinfeld und Neuschönningstedt, den Wilstedter Sportplatz und die Spielfelder in Siek, Pölitz und Elmenhorst. Im Bau bzw. in der Planung sind Plätze in Hoisbüttel, Jersbek, Rethwisch und Hoisdorf.

Aus den Berichten der einzelnen Sparten und Tätigkeitsgebiete, die dem Verbandstag ebenfalls schriftlich vorgelegt werden, seien noch einige markante Punkte erwähnt.

  • Der Kreisfußballverband konnte für die Serie 1964/65 mit 109 Mannschaften drei mehr als im Vorjahr melden, hat allerdings bei den Jugendmannschaften einen kleinen Rückgang zu verzeichnen.
  • Der Kreishandballverband hebt mit Bedauern das Fehlen einer Sporthalle in seinem Bereich hervor.
  • Ein erfolgreiches Jahr meldet der Kreisleichtathletikverband. Stormarn gehörte auch 1964 zu den leistungsbesten Kreisen Schleswig-Holsteins.
  • Nach wie vor hat Stormarn von allen schleswig-holsteinischen Kreisen den größten Tischtennis-Spielbetrieb. Doch war im vergangenen Jahr kein weiterer Zuwachs zu verzeichnen.
  • Der Turnkreis leistet seine Hauptarbeit in der Heranbildung des Nachwuchses in der Hoffnung, mit ihm später zu Erfolgen zu kommen.
  • Der Obmann der Kreissparte Tennis und Hockey berichtet erfreut über wachsendes Interesse der Jugend am Tennissport. In Reinfeld rechnet man mit der baldigen Schaffung einer Tennisanlage.
  • Aus der Fachsparte Schach ist hervorzuheben, daß der Schachverein Bad Oldesloe den Aufstieg in die höchste Spielklasse des Landes geschafft hat.
  • Ein Rückgang ist bei den sportärztlichen Untersuchungen zu verzeichnen. Die Zahl von 299 im Jahre 1964 liegt niedriger als die 1963 erreichte.
  • Mit der Verleihung von 591 Sportabzeichen wurde dagegen 1964 ein Ergebnis erreicht, das die der Vorjahre weit übertrifft. Die Vereine werden aufgerufen, 1965 zum „Jahr des Sportabzeichens“ zu machen. Es soll ein Wettbewerb innerhalb der Vereine und der Schulen des Kreises durchgeführt werden, der zugleich auch für den Landessportverband ausgewertet wird.

Der Kassenbericht des Kreissportverbandes für das Rechnungsjahr 1964 schließt mit einem Bestand von 271 DM ab. Einnahmen von 17.940 DM stehen Ausgaben von 17.699 DM gegenüber. Der Haushaltsvoranschlag für 1965 balanciert in Einnahmen und Ausgaben mit 26.827 DM. Als Kreiszuschuß wird ein Betrag von 15.750 DM erwartet, davon 10.000 DM für die Übungsleiter.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.3.1965

 

Sonntag, 14. März 1965

Die Ehrengäste des KSV kamen nicht mit leeren Händen

Schecks für die Verbandsarbeit – Nowak Sportwart – Geschäftsstelle bei fortschreitendem Papierkrieg

Das Parlament der Stormarner Sportler kann man den Verbandstag des Kreissportverbandes nennen, der im „Oldesloer Hof“ stattfand. Besonders herzlich willkommen geheißener Gast war der Vorsitzende des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, Karl Bommes. Er fand allgemeine Zustimmung bei seinem Plan einer Umlage von einer DM für jedes Mitglied der Vereine. Bei 210.000 Mitgliedern ergäben sich dann 210.000 DM, die der Grundstock für eine Stiftung sein könnten, für die man gewiß mit Landesmitteln rechnen könnte. Sie soll verschiedene Ausbildungsvorhaben des Landesverbandes finanziell sicherstellen. In diesem Zusammenhang erklärte Karl Bommes, bei Beiträgen von einer oder 1,50 DM seien die Vereine heute außerstande, ihre Aufgaben zu erfüllen. Gewiß würden sie bei Mitgliedern auf Verständnis für die Notwendigkeit einer Erhöhung stoßen.

Von der dringenden Notwendigkeit, die Jugend im Sport zu erfassen, sprach Kreistagsabgeordneter Konrad Meyer. Er sagte dies im Namen der Vertreter der Parteien und stellte dabei heraus, daß sich die Parteien der Verantwortung auch in den Fragen des Sports voll bewußt seien.

Kreispräsident Friedrich Hardt überbrachte die Grüße des Kreises und des Landrates und sprach insbesondere denen seinen Dank aus, die sich ehrenamtlich für den Sport eingesetzt haben. Der Kreispräsident betonte, daß Leistungssport leistungsfähige Sportstätten erfordere. Der Haushaltsplan des Kreises zeige, daß für den Sport etwas getan werde. Die Sportvereine hätten bewiesen, daß sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv am Sportstättenbau beteiligten. Er überreichte einen Scheck des Kreises, der in der Verbandsarbeit Verwendung finden soll. Weitere Schecks nahm der Kreissportverband von der Stadt Bad Oldesloe, überreicht durch Stadtrat Ernst Schröder, und von den Kreisverbänden der CDU und der SPD entgegen.

Der Kreisvorsitzende Hansjoachim Berg stellte die Errichtung einer Geschäftsstelle in Aussicht, falls der Papierkrieg immer noch wachse. „Ehrenamtlich ist diese Arbeit kaum noch zu schaffen!“ Für 1966 wurde der Beitrag auf 0,50 DM erhöht.

Die Neuwahlen ergaben folgendes Bild: Erwin Gesche (Preußen Reinfeld) wurde wieder zum 2. Vorsitzenden gewählt, Heinz Peters (VfL Oldesloe) wieder zum Kreissportjugendwart. An die Stelle von Hans Siemsen (SSV Großensee), der das Amt des Kreissportwartes wegen Krankheit niederlegen mußte, trat durch Neuwahl Bernhard Nowak (VfL Oldesloe). 2. Beisitzer als Sozialwart bleibt Kurt Peter (VfL Oldesloe), Harry Becker (VfL Oldesloe) schied als Kassenprüfer turnusmäßig aus. An seine Stelle trat Manfred Timm (Post SV Oldesloe), Ilse Cors (VfL Oldesloe) ist weiterhin Kreisfrauenwart.

Für mindestens zehnjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Kreissportverband und in dem betreffenden Verein wurden geehrt: Willi Tiedemann (VfL Oldesloe), Reinhard Miesel (Preußen Reinfeld), Rudolf Westphal (SV Rehhorst), Günther Kann (VfL Oldesloe), Rudolf Endruscheit (Schachverein Bad Oldesloe), Heinz Baumast (Schachverein Bad Oldesloe), Alfred Bubert (TSV Mollhagen), Marius Böttcher (SV Hoisbüttel), Richard Kickbusch (Gut Heil Dwerkaten) und Helmut Zosel (VfR Todendorf). Otto Ziertmann (TSV Mollhagen) hätte auch unter den Geehrten gestanden; ihn hatte der Tod abgerufen.

Im Leistungs- und Sportabzeichenwettbewerb der Schulen erreichte bei den Volksschulen mit fünf bis acht Klassen die Volksschule Hoisdorf zum achtenmal Siegerlorbeer. Rektor dieser Schule ist Hansjoachim Berg. Sie erhielt vom Kreissportverband einen Scheck. Der von der Kreissparkasse gestiftete Preis ging an die Schule in Elmenhorst, der Preis der Volksbank an den Aufbauzug in Reinfeld. Beide Institute überreichten außerdem Gutscheine.

In einer Debatte über den Charakter des am 29. August in Reinfeld stattfindenden Kreisturn- und Kreissportfestes kam allgemein die Ansicht zum Ausdruck, daß jede Sparte vor der Bevölkerung einen Abriß ihrer Leistungen geben sollte.

In der Aussprache kam zum Ausdruck, daß es der Kreissportverband begrüße, wenn in der Kreisstadt eine Sport- und eine Schwimmhalle gebaut werden würde. Die Entscheidung über den geplanten Bau der Nordtangente solle allein der Stadt Bad Oldesloe überlassen werden. Der Kreissportverband sei nur an der die sportlichen Belange betreffenden Seite dieses Problems interessiert.

Der Turn- und Sportverein Trittau verlieh Christian Ohrt die silberne Ehrennadel.

Am Verbandstag nahmen auch die Vorsitzende der Sportbeirates des Kreistages, Kreistagsabgeordnete Friedel Ahrens, ferner Schulrat Heinrich Lüth, Kreisjugendringsvorsitzender ????? Schmidt und Kreisjugendpfleger Georg Bendrien teil.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.3.1965

 

Montag, 15. März 1965

Bedenken der Leichtathleten

Die beiden Vertreter der Leichtathletikabteilung des VfL Oldesloe, Diethart Reichardt und Jürgen Scharnow, äußerten starke Bedenken, daß man das ehemals getrennt in Bad Oldesloe und Bargteheide durchgeführte Kreisturn- und Kreissportfest jetzt als Gemeinschaftsveranstaltung in Reinfeld durchführen will. Man kann, so argumentierten sie, allen Sportarten an einem Tag nicht gerecht werden, und es wäre besser, die Veranstaltung wieder zu trennen. Wenn einerseits gefordert werde, daß Bad Oldesloe Sportzentrum des Kreises Stormarn sein solle, so dürften andererseits von Bad Oldesloe keine Veranstaltungen weggezogen werden.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.3.1965

 

Sonnabend, 3. Juli 1965

Schau des Sports in der Karpfenstadt

Am 29. August trifft sich die Jugend im Stadion

Reinfeld. Seit Jahren veranstaltet der Kreissportverband als einzige öffentliche Großveranstaltung im Freien sein Kreissportfest, das bisher entweder in Bad Oldesloe, in Bargteheide oder in Trittau stattfand und einen Querschnitt durch die in den zahlreichen Vereinen betriebenen Sportarten geben soll. Diesmal soll das am Sonntag, dem 29. August stattfindende Fest in der Karpfenstadt als Tag des Sportes besonders vielseitig werden.

An diesem Tage kommt es weniger auf Spitzenleistungen an, sondern auf die Vielfalt der Vereinsarbeit und die Freude der Teilnehmer am Mittun. Darum ist dieses Fest auch bei alt und jung beliebt und immer gut besucht, was trotz des unfreundlichen Wetters im vorigen Jahr auch in Bargteheide bestätigt wurde. Vorwiegend waren auf diesen Sportfesten bislang die Leichtathleten, die Turner, die Fuß- und Handballspieler vertreten, manchmal beteiligten sich daran auch die Tischtennisspieler, wenn dazu Räumlichkeiten zur Verfügung standen und ein paar Sondervorführungen umrahmten die Hauptveranstaltung.

Nun hat sich im Laufe der Jahre die Zahl der Vereine im Kreis Stormarn gegenüber früher fast verdoppelt und (Anm.: die Zahl der Sportler) 10.000 überschritten. Eine Reihe anderer Sportarten ist hinzugekommen, u.a. der Schießsport, das Reiten, das Kegeln und das Schachspiel und damit ist auch der Wunsch lebendig geworden, auch diese der Öffentlichkeit im Rahmen eines großen Sportfestes zugängig zu machen.

Diese Möglichkeit besteht in diesem Jahre in Reinfeld am letzten August-Sonntag, weil dort ein ideal gelegenes Sportzentrum entstanden ist. Die Stadt Reinfeld hat den Sportlern der Stadion gebaut, das mit seinen beiden Großplätzen, einem Kleinfeld, mit einer Rundbahn und zahlreichen Wettkampfanlagen, u.a. sechs Weitsprungbahnen, vier Kugelstoßringe, zwei Hochsprungsständern, je ein Stabhoch- und Dreisprunganlage u.a.m. erstmalig die Voraussetzungen schafft, ein großes Programm auf in sich geschlossenem Raum durchzuführen. Dabei werden auch Spiele und Sondervorführungen geboten werden, die es bei früheren gleichen Veranstaltungen noch nicht zu sehen gab.

Da unmittelbar neben dem Stadion die in diesem Jahr neu gebauten drei Tennisplätze und ein Gelände für Reit- und Fahrvorführungen liegen, ist es wohl klar, daß diese Räume für Wettkämpfe genutzt werden, die das Sportprogramm am Veranstaltungstage bestimmt bereichern und das Interesse des Publikums finden werden.

An anderen Punkten der Stadt treffen sich am gleichen Tage die Mannschaften anderer Sportarten, um die Sieger in ihren Disziplinen zu ermitteln. So finden auf den Schießständen des Reinfelder Schützenvereins in verschiedenen Altersklassen Schießkonkurrenzen statt. Im Hotel „Stadt Hamburg“ wird an etwa 25 Tischen ein Blitzturnier im Schach durchgeführt; in der Turnhalle treffen sich die Tischtennisspieler und im Hotel „Altdeutscher Hof“treten vier Mannschaften zu einem Kegelklubkampf an. Daß die Turner mit einem Gerätewettkampf im Stadion an Reck, Barren, Pferd aufwarten und das große Heer der Leichtathleten mit zahlreichen Disziplinen an das Interesse und die Gunst der Zuschauer appellieren werden, gehört schon seit eh und je zum Programm des Tages.

Wegen dieser Vielfalt an Sportarten gegenüber früheren Jahren erschien es dem Vorstand des Kreissportverbandes Stormarn notwendig, an die Stelle des bisherigen Namens die Bezeichnung „Tag des Sports“ zu setzen, um damit für alle Fachsparten die gleiche Bedeutung ihrer sportlichen Arbeit auszudrücken.

Dazu werden auch besondere technische Einrichtungen, die durch eine Einheit der Bundeswehr gestellt wird, beitragen, und außerdem wird für das Wohl der Sportler und der Helfer manches getan werden. So soll jeder Teilnehmer ein reichliches namhaftes und schmackhaftes Mittagessen erhalten, für das nur eine DM zu zahlen ist.

STORMARNER TAGEBLATT vom 3.7.1965

 

Donnerstag, 15. Juli 1965

Tag des Sports am 29. August in Reinfeld

In diesen Tagen werden die Kreisvereine die von den einzelnen Fachverbänden verfaßten Wettkampfausschreibungen erhalten. Es liegt dann bei den Vereinen und ihren Sportwarten, in den nächsten Wochen die erforderlichen Vorbereitungen zu treffen. Vor allen Dingen sollten die zunächst vom Kreissportverband gewünschten Voranmeldungen pünktlich und gewissenhaft abgegeben werden, damit die Organisation für diese Veranstaltung rechtzeitig und weitblickend erfolgen kann.

In den nächsten Wochen wird von zahlreichen Stellen viel an Vorbereitungsarbeit geleistet werden müssen. Die örtlichen Vereine haben den festen Vorsatz, alles zu tun, um die Vorbedingungen für ein gutes Gelingen zu schaffen. Insbesondere wird sich der größte Sportverein Reinfels, der SV Preußen 09, dafür einsetzen, daß im Stadion alles so vorbereitet wird, daß ein technisch reibungsloser Ablauf sichergestellt ist. Nach den Erfahrungen bei früheren Veranstaltungen auf Vereinsebene zu urteilen, zweifeln wir nicht daran, daß das auch bei dieser Großveranstaltung gelingen wird.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.7.1965

 

Mittwoch, 11. August 1965

Reichhaltiges Programm am „Tag des Sports“

Reinfeld soll am 29. August zum Treffpunkt für Sportler aller Sparten werden

Reinfeld. Am 29. August findet der „Tag des Sports“ in der Karpfenstadt statt. Dazu hat der Kreissportverband alle Vereine, gleich ob Reiter-, Schützen-, Schach-, Ruder-, Fußball- oder Leichtathletikvereine zur Teilnahme aufgefordert. …

Bisher sind 600 Teilnehmer für die Wettkämpfe gemeldet. Trotzdem möchte der KSV nochmals an alle Vereine des Kreises appellieren, ihre Anmeldung umgehend an den stellvertretenden Vorsitzenden Erwin Gesche, Reinfeld, Bischofsteicher Weg 48, zu senden.

Da die sechs Umkleideräume für die Teilnehmer nicht ausreichen, werden mehrere große Zelte zur Verfügung stehen. So könnten die Sportler auch bei einem Regenguß, der sich hoffentlich nicht einstellt, einen trockenen Unterschlupf finden.

Um eine reibungslose Abwicklung des „Tag der Sports“ zu sichern, ist eine provisorische Telefonleitung mit etwa sieben Sprechstellen vorgesehen. Damit können die weit auseinanderliegenden Kampfplätze in ständiger Verbindung sein.

Wie der Kreissportverband mitteilt, werden die Teilnehmer und Zuschauer an Verkaufsständen und in einem geräumigen Zelt gut bewirtet werden. Sie sollen neben den üblichen Erfrischungen auch Kaffee und Kuchen erhalten können. Für die Mittagsmahlzeit der Sportler wird die Bundeswehr mit einer Gulaschkanone auffahren. Es gibt Eintopf, Kakao und als Nachtisch Kuchen.

Die Erwachsenen erhalten für eine DM, die Kinder unter 18 Jahren für 0,50 DM ein Abzeichen, das zum Eintritt auf allen Wettkampfstätten berechtigt. Darin ist der Sportgroschen für die Unfallhilfe bereits enthalten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 11.8.1965

 

Freitag, 27. August 1965

Tausend Wettkämpfer beim Tag des Sports

Diesmal auch Reiter, Kegler, Schützen und Schachspieler dabei – Bundeswehr bewirtet

Reinfeld. Über 1000 Sportler wollen am kommenden Sonntag in Reinfeld in Wettstreit miteinander treten. Der Stormarner Sportverband hat dieses Kreissportfest, das bisher größte seiner Art zu werden verspricht, mit großer Sorgfalt und Umsicht vorbereitet und wünscht sich zum Gelingen nur noch eines: Sonnenschein. Erstmalig wird die hohe Zahl von 17 Sportsparten vertreten sein.

Das Fest beginnt um neun Uhr, und zwar gleichzeitig im Stadion mit Mehrkämpfen der Leichtathleten und Turner und mit Handballspielen, auf der Tennisanlage mit Vergleichskämpfen, auf dem Reitplatz hinter dem Stadion mit Spring- und Dressurprüfungen und Abteilungswettkämpfen, im „Altdeutschen Hof“ mit Einzel- und Mannschaftskegeln, in der Turnhalle mit Tischtennisturnieren, im Hotel „Stadt Hamburg“ mit Schachblitzturnieren, auf dem Herrenteich mit Wettrudern, in der Badeanstalt mit Schwimmwettkämpfen und in der Schützenhalle mit Schießwettbewerben.

Von 11.30 bis 13 Uhr gibt es für die auswärtigen Festteilnehmer, man rechnet mit etwa 750, ein warmes Mittagessen, in der neuen Schule bzw. im Saal des Hotels „Stadt Hamburg“. Die Bundeswehr hat es übernommen, für die Verpflegung zu sorgen. Sie fährt das in ihren Küchen zubereitete Essen in großen Thermosbehältern heran. Auch sonst wird sie hilfreich zur Hand sein. So legt sie Fernsprechleitungen und stellt acht Feldtelefone zur Verfügung, so daß die Festleitung von ihrer Zentrale im Sport-heim mit allen Wettkampfstätten Verbindung halten kann. Technischer Leiter der Großveranstaltung ist Kreissportlehrer Bernhard Nowak (Bad Oldesloe).

Ein besonders eindrucksvolles Bild wird sich der hoffentlich großen Zahl von Zuschauern beim Festzug der Sportler bieten. Er beginnt um 13.25 Uhr und führt durch die Stadt zum Stadion.

Um 14.15 Uhr werden die Wettkämpfe fortgesetzt, u.a. mit der großen Vereinsstaffel 8 mal 100 Meter, mit Fußball-, Faustball-, Handball- und Hockeyspielen, mit Schauturnen, Volkstänzen, Gymnastik, Boxkämpfen und Schachspiel mit lebenden Figuren. Auch die Kegler, Reiter, Schützen und Tennisspieler treten dann wieder an. Gegen 18 Uhr, so hofft die Festleitung, werden alle Sieger ermittelt sein.

Für die musikalische Umrahmung sorgen fünf Spielmannszüge aus Ahrensburg, Bad Oldesloe, Bargteheide, Reinbek und Reinfeld. Für die Besucher ist im Stadion ein großes Zelt mit Bewirtschaftung aufgestellt. Das Festabzeichen, das für Erwachsene eine DM und für Jugendliche 50 Pfennig kostet, berechtigt zum Besuch aller Veranstaltungen, so auch der Badeanstalt am Herrenteich, die im übrigen für den allgemeinen Badebetrieb an diesem Sonntag von acht bis 14 Uhr geschlossen ist.

STORMARNER TAGEBLATT vom 27.8.1965

 

Sonntag, 29. August 1965

Kreissportverband präsentierte große Schau der Leibesübungen

1500 Zuschauer beim Tage der Sports in Reinfeld – Zügiger Ablauf trotz Umdispositionen wegen des Regens

Der Tag der Sports gestaltete sich in Reinfeld zu einer großen Schau der Leibesübungen, wenn auch der Regen am Vormittag zu weitgehenden Umdisponierungen zwang. Das Sportstadion war eine ideale Kampfstätte. Zudem bot es, als am Nachmittag strahlende Sonne über der Landschaft lag, einen weiten Blick bis über Zarpen hinaus.

Manche Konkurrenzen, die am Vormittag geplant waren, konnten dann noch nachgeholt werden, andere mußten ganz ausfallen, so das Reiten wegen des noch nicht abdränierten Platzes. Leichtathletik dominierte: Laufen in allen Arten und über Entfernungen zwischen 50 und 3000 Meter, Geräteturnen, Bodengymnastik, Weit-, Hoch- und Stabhochsprung, Diskus- und Speerwerfen, Kugelstoßen. Dazu kamen Hand-, Faust- und Fußballspiele, Schleuderball und Hockey. Das war das wohl gemeinhin übliche Sportprogramm. Reinfeld aber bot mehr. Auf dem angrenzenden Tennisgelände wurde Tennis gespielt, auf dem nahen Herrenteich gerudert und geschwommen. Auch der unweite Schützenstand war zu Schießwettbewerben herangezogen. Die Turnhalle lag ebenfalls nicht weit und bot reichlich Platz zum Tischtennis und ein wenig Platz zum improvisierten Jugendturnen. Es wurde im „Altdeutschen Hof“ gekegelt, und es wurde Schach gespielt, am Vormittag im Hotel „Stadt Hamburg“. Dort erfüllte eine gespannte Atmosphäre den Raum. Man hörte bei der Endrunde des Fünf-Sekunden-Blitzturniers nur das gleichmäßige „Schwarz“ – „Weiß“ des Zeitansagers und das leise klopfende Aufsetzen der Schachfiguren. Und am Nachmittag gab es eine Schachpartie im Stadion auf grünem Rasen mit lebenden Figuren in prächtigen blau-weißen und rot-weißen Ritter- und Bauernkostümen.

Am Nachmittag nach dem Umzug begrüßte der Vorsitzende des Kreissportverbandes, Rektor Berg, Gäste und Aktive auf dem Sportplatz. „Die heutige Veranstaltung“, versicherte anschließend Kreispräsident Hardt, „bestätigt, daß der Kreis richtig gehandelt hat, zu dieser Großanlage Gelder beizusteuern. Der Kreis wird weiterhin alles tun, den Sport zu fördern.“ Bürgermeister Hingst hieß namens der Stadt alle Teilnehmer willkommen. Vor allem aber dankte er allen, die zum Gelingen des Tages des Sports beigetragen haben.

Dank gebührt u.a. der 2. Kompanie der Heeresoffiziersschule Hamburg, ohne deren Helfen und Wirken das Sportfest gerade bei dem Wetter doch sehr gelitten hätte. Nicht allein, daß die Kompanie unter ihrem Kompanieführer Oberleutnant Hingst ein vorzügliches, stets funktionierendes Nachrichtennetz über den ganzen Platz gezogen hatte, sie sorgte mittags durch einen Reiseintopf auch für das leibliche Wohl der gut 1000 Sportler. Mindestens so wichtig war am Vormittag bei den schweren Regenschauern, die anfänglich zum gänzlichen unterbrechen zwangen, daß rings um den Platz große Zelte aufgestellt waren, in denen die Sportler im Trockenen stets abrufbereit, warten konnten.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.8.1965

 

Freitag, 15. Oktober 1965

Die Meinung des Lesers

Ist Sport Jugendarbeit?

Kürzlich veröffentlichte der Stormarnspiegel in seiner Nr. 3 unter der Überschrift „Stormarns Jugendarbeit Schlußlicht im Lande“eine Betrachtung von Herrn Georg Bendrien. Die Reaktionen auf seinen Artikel waren unterschiedlich, sie gingen von dem Ausspruch: „Herr, dunkel ist Deiner Rede Sinn“ bis zu Lohengrins Antwort: „Nie sollst Du mich befragen“. Immerhin darf unterstellt werden, daß der Verfasser des Artikels mit seinen Ausführungen nicht sagen wollte, daß der Rückgang der Zahl der statistisch organisierten Kinder und Jugendlichen seit dem Jahre 1960 etwas damit zu tun hat, daß Herr Bendrien seit dieser Zeit Jugendpfleger des Kreises Stormarn ist. Seine Ausführungen sollten wohl eher klarstellen, daß statistische Angaben so oder so errechnet oder erstellt werden können und daß die statistischen Angaben des Kreises Stormarn real und nüchtern sind.

Die Frage, ob Sport Jugendarbeit ist, die in dem „Bericht über die Lage der Jugend und die Bestrebungen auf dem Gebiete der Jugendhilfe gemäß § 25 Abs. 2 des Jugendwohlfahrtsgesetzes“ – herausgegeben vom Bundesministerium für Familie und Jugend – erst in jüngster Zeit eingehend beantwortet worden. Der Kreissportjugendausschuß Stormarn möchte keine Ausführungen zu der von Herrn Bendrien aufgeworfenen Frage machen, da eigene Ausführungen immer subjektiv gefärbt sein werden. Stattdessen möchte er diese Frage durch Zitate aus dem Bericht der Bundesregierung beantworten. Dieser Bericht stellt zunächst fest, daß im Jahre 1949 sich die meisten Jugendverbände und die Landesjugendringe zum „Deutschen Bundesjugendring“ zusammenschlossen, um ihre gemeinsamen Interessen zu fördern und dem Wohl der deutschen Jugend zu dienen. Dem Deutschen Bundesjugendring gehört u.a. auch die Deutsche Sportjugend an. Im einzelnen sind die Jugendverbände jeweils von bestimmten Überzeugungen geprägt, die der pädagogischen Arbeit Ziel und Richtung geben. Dadurch bekommen auch die Merkmale einen unterschiedlichen Stellenwert. Die Jugendverbände unterscheiden sich ferner stark in der altersmäßigen Zusammensetzung und Gliederung, in den Arbeitsformen sowie nach ihrer Struktur und Organisation. Auch in diesem Bericht wird auf der Seite 53 festgestellt, daß es sehr schwer ist, genaue statistische Angaben über die Zahl der Mitglieder zu geben. Die Deutsche Sportjugend wird hiermit 2.332.700 Mitgliedern zwischen sechs und 25 Jahren angegeben. Zwei Repräsentativerhebungen der Emnid-Institute – aus den Jahren 1953 und 1964, bei denen Jugendliche nach ihrer Mitgliedschaft in einem Jugendverband oder sonstige Vereine gefragt wurden, zeigen eine interessante Entwicklung:

Mitgliedschaft in Jugendorganisationen

 

1953

1964

Sportjugend

15 %

23 %

Konfessionelle Jugendverbände

12 %

7 %

Politische Jugendverbände und gewerkschaftliche Jugendverbände

4 %

2 %

Sonstige Jugendorganisationen

4 %

4 %

 

35 %

36 %

Vereine, die keine Jugendorganisationen sind

8 %

12 %

Legt man die Gesamtzahl der Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren aus dem Jahre 1962 – 7,66 Millionen – zugrunde, ergibt sich bei einem Anteil von 36 Prozent, daß rd. 2,75 Millionen Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren Mitglieder von Jugendorganisationen sind. Aber auch dieses Ergebnis ist mit Unsicherheitsfaktoren belastet. So hat zum Beispiel die Befragung „Berliner Jugend 1962“ ergeben, daß ein sehr erheblicher Anteil der Befragten – 56 Prozent – die Mitgliedschaft in Jugendverbänden verschwiegen hat. Der Bericht der Bundesregierung kommt zu der Schlußfolgerung, daß sich die Zahl der Mitglieder zwischen den beiden Resultaten, das heißt zwischen drei und sechs Millionen bewegen, und stellt gleichzeitig fest, daß im Jahre 1926 die im „Reichsausschuß der deutschen Jugendverbände“zusammengeschlossenen Organisationen eine Gesamtmitgliedszahl von 4.353.050 angaben; das waren 40 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren.

Der Bericht stellt weiter fest: „Die formellen Bindungen sind nicht ganz so stark verbreitet wie die informellen. 51 Prozent der befragten Jugendlichen zählen sich zu einer informellen Gruppe; 39 Prozent dagegen sind Mitglieder in einer oder mehrerer Vereinigungen – die Jugendorganisation miteingeschlossen – und zahlen einen Mitgliedsbeitrag; das gilt für 53 Prozent der männlichen und für 23 Prozent der weiblichen Jugendlichen. Die meisten sind unter 16 Jahre alt; mit dem 18. Lebensjahr werden viele Mitgliedschaften wieder aufgelöst.

Zwischen 1954 und 1964 ist bei den Jugendverbänden die Zahl der Mitglieder im allgemeinen zurückgegangen – ausgenommen die Verbände der Deutschen Sportjugend, die mehr Mitglieder gewonnen haben, als die übrigen Jugendorganisationen verloren haben.“

In dem Kapitel „Freizeit und Bildungsinteressen“ stellt der Bericht dann fest: „Wie die Jugend zum Sport steht, ist in der Emnid-Untersuchung „Jugend 1964“ ermittelt worden.“ Danach haben 1954 62 Prozent der Jugendlichen des Öfteren als Zuschauer den Sportplatz besucht; 1964 waren es 74 Prozent, darunter insbesondere Lehrlinge und junge Arbeiter. Regelmäßig aber besuchten nur 15 Prozent den Sportplatz. Das Fußballspiel übt dabei eine besondere Anziehungskraft aus.

Es treiben heute aber auch mehr Jugendliche Sport als 1954, nämlich 58 Prozent gegenüber 47 Prozent vor zehn Jahren. Wenn auch 58 Prozent angeben, Sport zu treiben, so bedeutet das noch nicht, daß sie dies auch in einem für ihre Gesundheit ausreichendem Maße tun. Immerhin geben 25 Prozent an, daß sie regelmäßig Sport treiben. 18 Prozent öfters und 15 Prozent selten. Das Interesse am Fußballspielen ist zurückgegangen; dagegen ist heute das Schwimmen, das Skifahren und das Rodeln mehr verbreitet. Heute sind mehr Jugendliche Mitglieder eine Sportvereines. 1954 waren es 15 Prozent, heute 27 Prozent. Im allgemeinen geht es diesen Jugendlichen dabei um körperliche Ertüchtigung, um Spaß am Sport oder an einer besonderen Sportart, nur eine Minderheit sucht in erster Linie gesellige Kontakte. Die Mehrheit der Mitglieder sind männliche Jugendliche, darunter vor allem Schüler und Studenten. Mit zunehmendem Alter erlahmt das Interesse am Sport zusehends.

Noch ein letztes Zitat: Unter „Vorbilder und Leitbilder“ berichtet das Familienministerium folgendes: „In der öffentlichen Diskussion wird der deutschen Jugend häufig eine starke „Privatheit“ der Interessen und Ideale als besonders typisch zugeschrieben. Ein Vergleich von Jugendlichen aus zehn Ländern, die zum Thema „Mein Leben bis zum Jahre 2000“ ihre Meinung niedergeschrieben haben, hat jedoch gezeigt, daß die Jugend in Amerika, in Neuseeland, in Südafrika und in England ebenfalls stark zu einer Lebensgestaltung tendiert, die ganz um die eigene Person, allenfalls um die eigene – die momentane und die zukünftige – Familie kreist. Im übrigen dürfte es die Regel und auch natürlich sein, daß sich die Menschen und deswegen auch die Jugend auf ihre persönlichen Interesse und Ideale hin orientieren.“

„Tatsächlich gehen Jugendgruppen und Jugendverbände heute bei allem, was sie tun, zunächst eher von den Wünschen und Erfahrungen aus, die junge Menschen wirklich haben, als von den Bedürfnissen und Idealen, die sie nach der jeweiligen Auffassung haben sollten. Dabei zeigt die Zusammenarbeit in den Jugendverbandsgruppen mehr Stetigkeit; sie will auch über die gemeinsamen persönlichen Neigungen hinaus stets zu tieferer menschlicher Verwurzelung verhelfen, und sie gibt dem, was gemeinsam erstrebt und getan wird, einen höheren Sinn. Dabei macht es keinen Unterschied, ob zum Beispiel Naturerlebnis oder Leibeserziehung, Lebensrettung oder Feuerwehrdienst, religiöse Überzeugung oder politische Zielsetzung im Mittelpunkt stehen.“ Kreissportverband Stormarn, Kreissportjugendausschuß.

STORMARNER TAGEBLATT vom 15.10.1965

 

Freitag, 26. November 1965

Die besten Sportler des Kreises

Ehrung am 19. Dezember in Bad Oldesloe durch KSV

Der Tag der Sports im Herbst in Reinfeld war eine gute Werbeveranstaltung für die Fachverbände und bot den Zuschauern spannende Wettkämpfe. Mit dieser Auffassung stieß Vorsitzender Berg in einer Beiratssitzung des Kreissportverbandes Stormarn auf volle Zustimmung.

Er dankte dem 2. Vorsitzenden Gesche für die organisatorischen Vorarbeiten, ferner dem Kreissportwart und dem Sportausschuß, die für die straffe Durchführung verantwortlich zeichneten.

Erwin Gesche verlas ein Schreiben des Landessportverbandes, der sich anerkennend über die Vielgestaltigkeit der sportlichen Darbietungen äußerte, ferner ein lobende Schreiben des Bürgermeisters Hingst, der dem KSV die Anlagen der Karpfenstadt jederzeit wieder zur Verfügung stellen will. Der KSV-Vorstand dankte der Hamburger Bundeswehreinheit, die Zelte aufgebaut und für die Verpflegung der Teilnehmer gesorgt hatte.

In einer kritischen Betrachtung machte Kreissportwart Nowak Vorschläge für eine noch bessere Koordination und Konzentration des Festes, worüber im Januar Beschluß gefaßt wird. Die Versammlung bedauerte, daß das Fernsehen mit seiner Sendung über einen Besuch bei dem Sieker Sportverein keineswegs ein Musterbeispiel ländlicher Sportarbeit gebracht habe.

Die anwesenden Fachverbände äußerten einstimmig, sie würden den Bau einer Großturn- und Sporthalle in Bad Oldesloe sehr begrüßen, sie hätten sich aus den Streitgesprächen herausgehalten, weil es ihnen völlig gleich wäre, wo die Halle errichtet würde.

Obgleich Jürgen Scharnow (Bad Oldesloe) für das Amt des Protokollführers gewonnen werden konnte, stieß die Benennung eines Geschäftsführers als Nachfolger für den aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Ernst Otto auf große Schwierigkeiten, da Bestandsaufnahmen und Jahresberichte der Fachverbände termingerecht erledigt werden müßten. Selbst eine im Rahmen gehaltene Aufwandsentschädigung konnte die Notlage und Sorge des Verbandes nicht beseitigen.

Nachdem bereits einige Fachverbände ihre verdienten Sportler geehrt haben, wird der Kreissportverband am 19. Dezember im Rahmen eines Festaktes an verdiente Sportler und Sportlerinnen und die beste Kreismannschaft Ehrenplaketten verleihen. Die Auswahl aus den Vorschlägen der 16 Fachverbände und Fachsparten hat er bereits getroffen. Unter den drei Gruppen sind Fußball-, Handball-, Hockeyspieler, Turner, Leichtathleten, Schützen und Schachspieler vertreten. Die Bekanntgabe erfolgt am 19. Dezember im „Oldesloer Hof“.

STORMARNER TAGEBLATT vom 26.11.1965

 

Dienstag, 30. November 1965

Sportlerehrung vorverlegt

Der Kreissportverband wird die bereits angekündigte Ehrung verdienter Sportler nicht am 19., sondern schon am 11. Dezember im „Oldesloer Hof“ vornehmen.

STORMARNER TAGEBLATT vom 30.11.1965

 

Sonnabend, 11. Dezember 1965

Kreissportverband proklamierte Sportler des Jahres

Der Kreissportverband Stormarn proklamierte in Bad Oldesloe seine „Sportler des Jahres“. Der 1. Vorsitzende Hansjoachim Berg überreichte den Ausgewählten auf der Bühne des „Oldesloer Hofes“ die erstmals verliehenen Auszeichnungen. Es sind bei den Damen Irmtraut Heer (Ahrensburger TSV, Leichtathletik), bei den Herren Horst Liedtke (VfL Oldesloe, Turnen) und bei den Mannschaften die die 1. Liga-Fußballelf des VfL Oldesloe.

Der Sportbeirat des Kreissportverbandes hatte seine Wahl auf Vorschlag der Fachverbände getroffen. Die weiteren Plazierungen sind Elsa-Maria Kolbohm (Oldesloer Schachverband), Irmtraud Jürs (VfL Oldesloe, Handball), Sportschütze Prosch, die Gebrüder Klaus und Hans-Georg Zeising (VfL Oldesloe, Leichtathletik) und die Mannschaften VfL-Handballdamen und THC-Hockey-Herren.

Einen Sonderpreis in Form von Rennschuhen erhielt Irmtraut Heer vom TSV Ahrensburg. Auf die Bedeutung des Sports zur Gemeinschaftsförderung wiesen der Vertreter des Kreises, Assessor Fiedler, und Bürgermeister Barth hin. Den Ehrungen schloß sich ein geselliges Beisammensein an. Bei einer Tombola bewies die Sportlerin des Jahres, daß sie nicht nur schnell laufen kann, sondern auch Glück im Spiel hat. Sie gewann nämlich den ersten Preis, einen großen Präsentkorb.

STORMARNER TAGEBLATT vom 13.12.1965

 

Donnerstag, 30. Dezember 1965

Sportler appellieren an die Gemeinden

Kreis hat bereits erhebliche Mittel bereitgestellt

Ahrensburg. Trotz des ungünstigen Termines hatten sich im Jugendheim auf Einladung des Kreisjugendpfleger Georg Bendrien viele Vertreter der Sportvereine und Fachverbände zu einem Informationsgespräch eingefunden. Die Gewährung von Zuschüssen zu der Aufwandsentschädigung für haupt- und nebenamtliche Lehrkräfte war ein wesentlicher Diskussionspunkt.

Zunächst sprach der 2. Vorsitzende des Kreissportverbandes, Rektor a.D. Erwin Gesche, zu dem Thema „Sportförderung des Landessportverbandes“. Er erklärte den Aufbau und die Gliederung des Planes der Deutschen Olympischen Gesellschaft und die Bestimmungen zur Bewirtschaftung von Mitteln für den Sportstättenbau in Schleswig-Holstein. Ins einzelne gehend, behandelte der Referent die Form der Anträge für Zuschüsse und zinslose Darlehen, die auch Gemeinden und Städte in Anspruch nehmen können. Eine vollständige Vorplanung ist erforderlich, bevor die Anträge über den KSV an den Kreis und das Land weitergereicht werden. Nach § 2 der Bestimmungen des Kultusministeriums stehen zweckgebundene Mittel zur Förderung der Sports zur Verfügung:

  • für den Bau von Sportanlagen,
  • zur Verbesserung oder Erweiterung schon bestehender Anlagen,
  • zur Beschaffung von Sportgeräten,
  • für die Aus- und Fortbildung von Fachlehrern, Übungsleitern und Helfern.

Der Kreis hat 10.000 DM zur Verfügung gestellt, um den Vereinen die Besetzung der Sparten mit Übungsleitern zu erleichtern. Unklarheiten herrschen noch über die Einstufung von qualifizierten Fachlehrkräften und jenen, die in einem vierwöchigen Lehrgang der Landessportschule in Malente die Lizenz für ihre Sportlehrtätigkeit erwerben. Vom Kreis wird erwartet, daß sich die Gemeinden an der finanziellen Förderung dieser Sportmaßnahmen beteiligen.

Versammlung Teilnehmer vertraten die Meinung, daß die Unterstützung durch die Gemeinde jeweils von den bereitzustellenden Mitteln und dem politischen Interesse der Vertretung abhängig sein wird.

Zur Sportförderung im Kreise Stormarn sprach Kreisjugendpfleger Bendrien. Die Aufklärung über Antragstellung, Beihilfegewährung und Abrechnung war ein Gewinn für die anwesenden Vereinsvertreter. Ebenso aufschlußreich war die Darstellung einer koordinierten Sportstatistik der Ministerpräsidenten, die seit 1964 nach Bundesrichtlinien erarbeitet und im Juni 1966 fertiggestellt sein soll. Trotz der bisherigen Aufwärtsentwicklung solle man nicht, so betonte Georg Bendrien, zu optimistisch denken. 1964 stellte das Land 6,5 Millionen DM dem Sport zur Verfügung, 1965 waren es nur noch 5,9 Millionen DM, abzüglich der 20 Prozent, die einbehalten wurden.

Für den Sportplatzbau hatte das Land 500.000 DM und vom Bund 300.000 DM insgesamt zur Verfügung. Demgegenüber stehen die Leistungen der beiden Landkreise Segeberg und Stormarn, die zusammen den Betrag von ebenfalls 800.000 DM bereitstellten. Der Kreis Stormarn stellte im letzten Jahr 16 Prozent seines Haushalts für die Sportförderung zur Verfügung, die in Zukunft durch erhöhte Aktivität der Kommunen belebt werden müßte.

STORMARNER TAGEBLATT vom 31.12.1965

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